Anna bloggt auf annanikabu.com schon seit 2011 und wie bei vielen anderen Bloggern auch, hat sich in den letzten Jahren einiges auf ihrem Blog verändert. Im Interview verrät sie unteranderem, wie sie auf das Thema Nachhaltigkeit kam und wieso nachhaltige Produkte auch für ihren Nachwuchs eine Rolle spielen.

Liebe Anna, stell dich doch bitte vor.

Mein Name ist Anna, ich bin 28 Jahre alt, glücklich verheiratet und zur Zeit schwanger mit unserem Dezemberbaby. Ich habe 5 Jahre im kaufmännischen Bereich (Projektassistenz, Marketingassistenz, Veranstaltungskauffrau) gearbeitet und nach einigem Hin und Her und Hören auf mein Bauchgefühl meinen unbefristeten gut bezahlten Job gekündigt – um endlich das zu machen, was schon lange meine Passion war. Ich habe eine Ausbildung zur Sozialassistentin gemacht, dabei ein Jahr im Kindergarten gearbeitet und festgestellt, dass ich es liebe, mit Kindern zu arbeiten und sie während ihrer Entwicklung zu begleiten, zu fördern und sie täglich wachsen zu sehen.

Neben meiner kaufmännischen Ausbildung startete ich im April 2011 meinen Fashionblog, als kreativen Ausgleich zur eher durchstrukturierten Arbeit. Damals beschäftigte ich mich noch nicht mit dem Thema Nachhaltigkeit, das wurde erst so ab Anfang 2015 zum Schwerpunkt meines Blogs, da auch privat bei mir ein Umdenken stattgefunden hat und ich das gern mit meinen Lesern teilen wollte.

Nun schreibe ich auf „Annanikabu – voller Lebensfreude“ also über alle „grünen Themen“, die mein Herz höher schlagen lassen: von Fair Fashion über leckere Rezepte, bis hin zur Vorstellung von Biohotels gibt es bei mir einiges zu entdecken.

Bald wird auch das Thema „nachhaltig leben mit Baby“ eine neue Kategorie und wahrscheinlich auch viel Platz auf dem Blog einnehmen, da es in Zukunft auch in meinem Leben eine große Rolle spielen wird. Außerdem ist der Name Programm und ich möchte meinen Lesern möglichst viel meiner Lebensfreude mitgeben und sie motivieren ein positives, bewusstes Leben zu führen.

Du bloggst seit 2011. Wann hast du angefangen über das Thema Nachhaltigkeit zu bloggen?

Wie bereits oben geschrieben, begann das Thema Nachhaltigkeit ab Anfang 2015 eine große Rolle in meinem Leben zu spielen und wurde somit auch auf dem Blog integriert.

Und wie kam es dazu?

Wie genau dieses Umdenken zustande kam, kann ich gar nicht mehr genau sagen. Ich war früher auf vielen Bloggerevents eingeladen, bekam dort Goodiebags und habe immer mal wieder Produkte zugesendet bekommen. Irgendwie wurde mir das alles zu viel und ich habe bemerkt, wie mich diese Fülle an Produkten eher erdrückt, als glücklich gemacht hat. Es fing bei mir also beim Thema „weniger konsumieren“ an und ich startete im Mai 2014 das Projekt „Stop to shop“, bei dem ich ein Jahr lang nichts Neues mehr kaufte.

Jeder kleine Schritt ist der Richtige.

Damals war das für mich eine riesen Herausforderung und heute kann ich nur noch darüber lachen – ich kaufe, wenn dann nur noch Second Hand oder fair/nachhaltig und habe auch gar nicht mehr das starke Bedürfnis, andauernd Neues besitzen zu müssen, sondern bin sehr zufrieden, mit den Kleidungsstücken, die ich habe.

Nach dem Thema Fair Fashion und bewusster Konsum ging es dann weiter mit regionalem und saisonalem Essen (was bisher noch kein extrem großes Thema auf dem Blog geworden ist, einfach weil ich meistens „frei Schnauze“ koche und backe und daher schlecht Rezepte teilen kann) und dem Thema „bewusst reisen“, welches mir ein Herzensanliegen ist, da ich unheimlich gern reise und neue Orte entdecke und dabei so gut es geht versuchen möchte, der Natur und unserer Umwelt gerecht zu werden.

Ich reise also meistens mit der Bahn und bin vor Ort dann zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs. Außerdem liegt mein Fokus auf Reisen durch Deutschland und Nachbarländer, in die man nicht fliegen muss. Ihr seht, mein komplettes Leben ist irgendwie zu einem „grünen Lifestyle“ geworden und da ich mich persönlich selbst gern damit beschäftige ist das natürlich auch Thema meines Blogs.

Mir ist dabei ganz wichtig zu betonen, dass ich das Ganze nicht dogmatisch angehe, sondern der Meinung bin, dass jeder kleine Schritt schon super ist und ich einfach nur ein paar Tipps geben möchte, wie man seiner Umwelt ein wenig Gutes tun kann. Jeder muss und sollte selbst entscheiden, in wie weit das für ihn/sie umsetzbar und erforderlich ist.

Du wirst dieses Jahr zum ersten Mal Mutter. Wirst du dein Kind mit nachhaltigen Produkten großziehen? In welchen Bereichen würdest du es wie umsetzen?

Da ich gerade auf der Innatex unterwegs war und mich ziemlich bewusst mit dem Thema Bio-Babykleidung, Biotragetücher und Schadstoffe in Babykleidung auseinander gesetzt habe, bin ich der Meinung, dass gerade die Kleinsten die meiste Aufmerksamkeit benötigen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Bisher habe ich für unseren Nachwuchs einiges gebraucht gekauft (einfach um den Konsum an neuen Dingen nicht zu unterstützen), aber in Zukunft werde ich definitiv auch auf Bioqualität und Siegel wie GOTS bei Babykleidung, Spielzeug und Zubehör achten.

Gerade Dinge, die in den Mund genommen werden und direkten Hautkontakt mit unserem Baby haben, sollten schadstofffrei sein, einfach um Krankheiten vorzubeugen. Außerdem hat mir ein Vortrag auf der Innatex, in dem es unter anderem um Stoffwindeln ging, sehr imponiert und ich werde mich mit diesem Thema weiter ausseinander setzen. Vielleicht werden wir also Stoffwindeln nutzen (genauso undogmatisch, wie alles andere) und damit der Produktion von viel Plastikmüll entgegen wirken.

Was denkst du könnte insbesondere bei Kindermode verbessert werden?

Da ich mich erst seit Anfang des Jahres überhaupt mit dem Thema Kindermode auseinander setze, ist es für mich schwierig einzuschätzen, was es bereits gibt und was man verbessern könnte. Was mir grundsätzlich aufgefallen ist, ist, dass es leider noch immer sehr viel geschlechterspezifische Kinderkleidung gibt. Das fängt bei blau und rosa an und geht mit Prinzessinnen und Autos weiter.

Natürlich wird mein Kind später das tragen dürfen, was es gern möchte und das sind bekanntermaßen die buntesten und kitschigsten Dinge (ich hoffe nicht, haha), aber solange ich bzw. mein Mann noch über die Kleiderwahl entscheiden können, achten wir darauf, unser Baby so wenig geschlechterspezifisch zu kleiden, wie es nur geht.

Wir wollen auch ganz bewusst vor der Geburt das Geschlecht nicht wissen – einfach, weil wir uns gleichermaßen über beide Geschlechter freuen und, um noch eine kleine Überraschung zu haben. Außerdem können wir so davor vorbeugen, dass wir typische Mädchen- oder Jungengeschenke in rosa oder blau geschenkt bekommen.

Wann dürfen wir uns auf Annanikabu über den ersten Artikel über Mama/Baby/Kind freuen?

Eigentlich sollte schon längst der erste Beitrag zum Thema Schwangerschaft online sein, aber irgendwie standen noch so viele andere Beiträge auf der To Do-Liste, die Vorrang hatten, dass der Beitrag noch etwas auf sich warten lassen musste. Aber ganz bald werde ich mein erstes Schwangerschaftsupdate schreiben (im 6. Monat, upsi) und berichten, wie es mir bisher so erging, ob ich Hormonschwankungen oder Heißhungerattacken hatte usw.

Außerdem wird das Thema „Nachhaltig mit Kind“ auch einen Platz einnehmen. Ich möchte dann von meinen Erfahrungen und Erlebnissen berichten, ob und wie es möglich ist, nachhaltig mit Kind zu leben und Tipps geben, falls es mir gut gelingen sollte.

Vielen Dank Anna für das Interview! Ihr findet Anna auch noch auf Instagram, Pinterest oder Facebook.