Wer sich einmal mit dem Thema Zero Waste befasst, der macht auch vor dem Badezimmer keinen Halt. Einige Produkte sind hier ganz leicht zu ersetzen, während das Shampoo erfahrungsgemäß den meisten Leuten Probleme bereitet. Welche Alternativen es gibt und welches Produkt zu wem passt, haben wir deshalb in einem Blogpost für euch zusammengefasst.

Flüssiges Shampoo aus dem Unverpacktladen

Die wohl einfachste Variante ist es, sich im Unverpacktladen Shampoo in eine eigene Flasche abzufüllen – hier gibt es nicht viel zu beachten. Einen Nachteil hat das Ganze aber: die Emissionen, die beim Transport entstehen, sind vergleichsweise höher, da das Volumen durch den Wasser- bzw. Flüssiganteil im Shampoo größer als bei festem Shampoo oder fester Seife ist. Und natürlich hat nicht jeder einen Unverpacktladen um die Ecke.

Festes Shampoo von Alverde

Festes Shampoo

ShampooBars, festes Shampoo, Shampootaler oder auch ShampooBits bekommt man nicht nur in Unverpacktläden, sondern auch in vielen Bioläden und mittlerweile sogar bei dm. Diese Alternative kommt dem normalen Shampoo wohl am nächsten, da den Produkten hier – vereinfacht gesagt – nur das Wasser entzogen wurde. Ein Tensid, wie beispielsweise Lathanol (dies findet man u.a. in den festen Shampoos der Manufaktur Rosenrot) oder Sodium Coco Sulfat (darauf basieren die festen Shampoos der Marke Alverde) sorgt hier für ordentlich Schaum und dafür, dass die Haare sauber werden.

Es gibt natürlich noch eine Reihe weiterer Tenside, wie z.B. Sodium Lauryl Sulfoacetate
den Unterschied zwischen den einzelnen Tensiden zu erklären, würde aber den Rahmen dieses Artikels sprengen. Zudem können noch Farbstoffe, Pflanzenextrakte oder ätherische Öle enthalten sein, die die Wirkung des Shampoos mitbeeinflussen und es gut riechen bzw. aussehen lassen.

Festes Shampoo: Alverde Anwendung

Aber kommen wir nun zu der Anwendung: mit den festen Shampoos kann man sich entweder direkt über die nassen Haare fahren und sie dann mit den Fingern aufschäumen und einmassieren, oder aber man schäumt es zunächst in den Händen auf. Bei beiden Methoden neigt man am Anfang vielleicht dazu, mehr zu verwenden als nötig, da die hohe Tensidkonzentration erstmal ungewohnt sein kann – man findet aber schnell das richtige Maß.

Festes Shampoo kann man, wie normales Shampoo, einfach auswaschen und die Haare danach wie gewohnt pflegen und trocknen.

Haarseife: Speick Zero Waste

(Haar)seife

Auch spezielle Haarseifen findet man in den meisten Bioläden, zur Not tut es aber auch ein “normales” Stück Seife wie z.B. Dr. Bronner’s oder Alepposeife. Dass es sich um Haarseife – und nicht um festes Shampoo – handelt, erkennt man an Begriffen wie Sodium Cocoate (verseiftes Kokosöl) oder Sodium Olivate (verseiftes Olivenöl). Zwar ist Seife auch ein Tensid, beim Waschen verhält es sich aber etwas anders als die Tenside, die für feste Shampoos verwendet werden – dazu kommen wir aber gleich noch!

Das Waschen funktioniert zunächst mal ähnlich wie beim festen Shampoo: Entweder fährt man sich mit dem Seifenstück direkt über die Haare oder man schäumt die Seife in den Händen auf und massiert dann den Schaum in die Kopfhaut ein. Nach dem Waschen empfiehlt es sich aber – anders als bei festem Shampoo – die Haare mit einer sauren Rinse (bestehend aus Apfelessig und Wasser) nachzuspülen, um der Bildung von sogenannter Kalkseife entgegenzuwirken. Diese kann die Haare sonst strähnig oder fettig bzw. klebrig wirken lassen.

Das ist natürlich etwas aufwendiger – Haarseifen bzw. Seifen generell haben aber den Vorteil, dass bei der Herstellung, also der Verseifung von (meist pflanzlichen) Fetten und Laugen, häufig ein kleiner Teil der Öle unverseift bleibt und man mit dem richtigen Maß dieser “Überfettung” den Haaren gezielt noch eine Portion Pflege verpassen kann. Wie hoch der jeweilige Anteil ist, steht bei einigen Produkten auf der Verpackung und kann sonst einfach beim Hersteller erfragt werden.

Roggenmehl: Haare Waschen Alternative

Tensidfreie Alternativen: Roggenmehl, Heilerde, Lavaerde & Natron

Da sowohl festes Shampoo als auch Haarseifen der Kopfhaut viel Fett entziehen und diese austrocknen oder irritierten können, steigen manche Leute lieber auf tensidfreie Alternativen, wie z.B. Natron oder Lavaerde, um. Das kann – weil es beim Waschen nicht schäumt – erstmal ungewohnt sein und erfordert ein wenig mehr Aufwand bzw. Geduld als das Waschen mit einem festen Shampoo oder mit Seife, aber das Ergebnis ist unter Umständen ein besseres.

Die Anwendung von Natron, Heilerde, Lavaerde und Roggenmehl ist im Grunde sehr ähnlich: vor jedem (!) Waschen rührt man daraus mit Wasser oder abgekühltem Kräutertee einen “Brei” an, die ungefähr so dickflüssig wie Shampoo sein sollte. Je nach Haarlänge braucht man eventuell unterschiedlich viel – hier lohnt es sich, einfach mal ein bisschen zu experimentieren! Unter der Dusche trägt man den “Brei” dann auf die nassen Haare und insbesondere auf die Haaransätze auf und lässt das ganze etwas länger als normales Shampoo einwirken. Auch hier gilt: ausprobieren, bis man die beste Variante für sich gefunden hat. Nachdem die Haare sehr gründlich ausgespült sind, sollte man sie ebenfalls eine saure Rinse nachspülen!

Zero Waste: Haare Waschen Alternativen

Fazit

Wer mit normalem Shampoo immer gut klargekommen ist, der kann ruhig zur Haarseife oder zum festen Shampoo greifen. Für jemanden, der eine sensible Kopfhaut hat oder zu Schuppen neigt, könnten tensidfreie Alternativen einen Versuch wert sein. In jedem Fall gilt aber: wenn es trotzdem nicht gleich klappt, nicht entmutigen lassen und einfach weiter probieren!

Zur Autorin

Ich bin Sonja, 19 Jahre alt und die, die ständig mit ihrem Jutebeutel durch die Gegend rennt; die, die im Supermarkt die Single-Bananen kauft, liebend gerne Öko-Dokus guckt und die, die tatsächlich immer noch glaubt, dass sie die Welt ein bisschen grüner machen kann.

Auf meinem Blog Tiny Green Footsteps  findest du einen bunten Mix aus super einfachen veganen RezeptenZero Waste-TippsNaturkosmetik-Reviews und Anregungen zum Thema Fair Fashion, aber auch den ein oder anderen Post, der dich mit dem nötigen Hintergrundwissen über Nachhaltigkeit versorgt.